Martin Brühl, Chief Investment Officer (CIO) und Mitglied der Geschäftsführung der Union Investment Real Estate GmbH, ist verantwortlich für den weltweiten Immobilienan- und -verkauf.
Union Investment

Professionalität garantiert Qualität

Martin Brühl zu den Wettbewerbsanforderungen im aktuellen Marktumfeld

Wer das Geschehen auf den globalen Immobilienmärkten aufmerksam beobachtet, der dürfte sich an ein Motto aus der Welt des Sports erinnert fühlen: Höher! Schneller! Weiter! So lautet derzeit auch die Devise im Universum der „Real Estate Professionals". Höher, weil die Preise nicht nur für Bürohäuser und Shoppingcenter in Bestlagen in Regionen gestiegen sind, die so mancher Investor noch vor wenigen Jahren für unerreichbar gehalten hätte. Schneller, weil die Konkurrenz um die zu wenigen attraktiven Produkte immer härter wird – und oft genug nur derjenige das Rennen macht, der ohne viel Zögern zugreift. Weiter schließlich, weil professionelle Immobilienanleger längst bereit sind, auf der Suche nach Kaufgelegenheiten und aus Gründen der Risikostreuung ihren Investmentradius auf ferne Kontinente auszuweiten.


Wer im internationalen Wettbewerb bestehen will, kann sich dem sportlichen Dreiklang „Höher! Schneller! Weiter!“ kaum entziehen. Wir haben im Jahr 2016 ein Transaktionsvolumen von insgesamt 4,6 Milliarden Euro gestemmt. Auf das Konto unserer Teams gehen 39 Immobilienkäufe und 20 -verkäufe rund um den Globus. Allein rund 4 Milliarden Euro wurden in Neuerwerbungen investiert, womit das Vorjahresergebnis um 500 Millionen Euro übertroffen werden konnte. Das aktiv gemanagte Immobilienfondsvermögen stieg binnen Jahresfrist von 28,5 Milliarden auf 31,8 Milliarden Euro. 


Ein eindrücklicher Beweis für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Investmentteams. Sie basiert nach meiner Überzeugung auf drei Faktoren: der profunden Expertise im eigenen Haus, der sorgfältigen Auswahl und Einbindung zahlreicher externer Berater mit Blick auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe sowie schließlich auf der Tatsache, dass sich die interne Mannschaft und die externen Sparringspartner den gleichen hohen Qualitätsanforderungen und international gültigen Standards verpflichtet fühlen. 


Verantwortungsvoll investieren

An diesen Grundsätzen festzuhalten, das Trainingsprogramm – um im Bild zu bleiben – also nicht leichtfertig abzukürzen, weil im aktuellen Turnier die Spiele immer dichter aufeinanderfolgen, dies gehört zu den anspruchsvollsten und zugleich wichtigsten Aufgaben im derzeitigen Marktumfeld.


Eine eingehende Überprüfung der für einen möglichen Ankauf infrage kommenden Objekte ist für Union Investment deshalb unverzichtbar. Abstriche an der Due Diligence vorzunehmen, um im Wettbewerb um Objekte schneller zum Zuge zu kommen, wäre kurzsichtig und kontraproduktiv. Vor allem der umfassende technische Check, die Bewertung des aktuellen und künftigen Mietniveaus, die immobilienspezifische Beurteilung von Mikro- und Makrolage, um nur einige der wesentlichen Komponenten einer Due Diligence zu nennen, erfordern besondere Sorgfalt. Eine beschleunigte Prüfung bedeutet höhere Risiken – und gerade diese versuchen verantwortungsbewusste Investoren aktuell zu vermeiden, wie die Ergebnisse unserer jüngsten Immobilien-Investitionsklimastudie erneut gezeigt haben. Dafür sind Unternehmen sogar bereit, geringere Renditen in Kauf zu nehmen.


Verantwortungsvolles Investieren ist die wichtigste Pflicht eines Asset-Managers, der das Kapital seiner Anleger treuhänderisch verwaltet – wie Union Investment dies tut. Das bedeutet konkret: Jede Anlageentscheidung muss mithilfe zeitgemäßer Risikomanagementstrategien und -instrumente auf ihre nachhaltige Werthaltigkeit hin überprüft werden. Dabei hinter einmal als richtig erkannte Beurteilungskriterien zurückzufallen, wäre nach unserer Überzeugung ein sträflicher Fehler. Für unser Haus gehört deshalb ein Sustainability Check – die Beurteilung von ökologischen, ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeitskriterien – nach wie vor als wesentlicher Bestandteil zu jeder Ankaufs-Due-Diligence. 


Unsere Erfahrung zeigt, dass Vertragspartner solche Sorgfalt durchaus zu schätzen wissen. Und wenn ein Deal nicht glückt, weil ein Wettbewerber zugreift, bevor die Prüfung abgeschlossen wurde? Dann gilt die alte Erfahrung: Manchmal sind die besten Geschäfte genau die, die man nicht gemacht hat.


Drucken

Mehr zu diesen Themen: